Nachdem ich eine Weile gespart und das nötige Kleingeld beisamen hatte, sollte es endlich mit einer Motorflugausbildung losgehen. Nur, worauf genau sollte ich fliegen lernen? Auf ultraleichten oder "richtigen" Flugzeugen? Da die Ultraleicht-Ausbildung einen ganzen Batzen günstiger werden würde, erschien dies auf den ersten Blick eine einfach zu beantwortende Frage... bis ich den ersten Schnupperflug auf einer Ikarus C42 machen durfte.

Obwohl ich natürlich wusste, dass die Ikarus zwar ein günstiges aber dennoch ein sicheres und robustes Fluggerät ist, konnte sie mich überhaupt nicht für sich gewinnen. Alles machte einen irgendwie improvisierten Eindruck: das minimalistische Cockpit, die überall sichtbaren Aluminiumstreben und die Reissverschlüsse an der Tragflächenbespannung. Sicher, dieser Flieger sollte natürlich vor allem leicht sein und so mussten ein paar Design-Kompromisse getroffen werden, Hauptsache war doch schließlich, dass das Ding flog! Dennoch, alles Schönreden half nicht darüber hinweg, dass mich die Flügel an Gartenmöbel erinnerten und dass mir bei diesem einfachen Flugzeug einfach etwas fehlte, etwas das Herausforderung versprach. Es half auch nicht, mir einzureden, dass es sicher doch auch ganz beeindruckende Ultraleichtflugzeuge gab, mit Kohlefaserrumpf, Glascockpit und Einziehfahrwerk - schließlich war mir klar, dass ich soetwas vermutlich nie zu fliegen bekommen würde.

Ob dies nun eine Ernüchterung war oder die Erkenntnis, dass mich am Fliegen die Komplexität der Technik mindestens ebenso reizt wie das Fliegen an sich - klar war jedenfalls, dass ich nicht nur ultraleicht sonder gerne auch mal deutlich schwerer unterwegs sein wollte.