Parkbanknickerchen

Dem sonnigen Wetter an diesem Sonntag sei Dank gelangen während dieses Höhepunktes unseres Ausfluges erneut wunderschöne Photos. Trotz Wochenende konnten wir keine anderen Flugzeuge in der Nähe sehen oder im Funk hören und so kreisten wir ungestört über diesem Naturschauspiel, immer wieder zwischen USA und Kanada. Wenn die Fälle mal nicht im Blickfeld lagen, entschädigte die großartige Sicht auf die beiden großen Seen, Lake Erie im Süden und Lake Ontario im Norden – ebenso wie die am Ufer des Lake Erie gelegene Stadt Buffalo und am nördlichem Ufer des Lake Ontario deutlich sichtbare Skyline von Toronto.

Leider hatten wir keine Zeit für eine Landung in Kanada eingeplant und so traten wir, gesättigt an der wunderschönen Szenerie, den Rückflug an. Dieser führte uns natürlich zunächst wieder nach Geneseo, wo wir erst noch unser Zelt abbauen mussten und auch eine Kleinigkeit essen wollten. Nachdem dies alles erledigt und die Aufregung des letzten Fluges etwas verflogen war, rächte sich dann doch noch das frühe Aufstehen: uns beide überkam Müdigkeit und es schien sehr ratsam ein kurzes Nickerchen einzulegen vor dem langen Flug zurück nach Long Island. Dummerweise war das Zelt ja schon abgebaut und so machten wir uns auf Sitzbänken im Ausstellungsraum des National Warplane Museums lang – es war dort ja niemand. Bequem war es freilich nicht, aber zwischen glänzenden, ehemaligen Warbirds ein Nickerchen halten zu können entschädigte mehr als genug und bildete einen schönen Ausklang.

Der Rückflug nach Hause verging – nun ja – wie im Fluge. Er erschien nicht nur kürzer, sondern war es dank eines moderaten Rückenwindes von etwa 10 kn tatsächlich. Das klingt zwar nicht nach viel, bei einer Cessna 150 mit einer typischen Reisegeschwindigkeit von 90 mph (ca. 80 kn) macht es sich aber durchaus bemerkbar.

  • Das muss alles wieder zurück nach Hause

Das Wetter zeigte sich während des gesamten Fluges von der Sonnenseite, und erst als wir schon wieder über Long Island waren, deutete ein einsetzender, leichter Dunst auf einen bevorstehenden Wetterwechsel hin. Wir hätten uns kein besseres Wetter für diese beiden Tage wünschen können, das Warten auf den richtigen Zeitpunkt hat sich wirklich gelohnt.

Bis dahin hatte ich spätestens eine Stunde nach einem Flug den Wunsch gehabt wieder in der Luft zu sein. Nachdem wir jedoch in Lufker gelandet waren, das Flugzeug ausgeladen und verstaut war, fühlte ich zum ersten Mal (und bisher das einzige Mal) ein Gefühl von „für heute genug geflogen“.

Alles in allem waren die 6 Monate in den USA, währernd derer die New York City und die Niagara Ausflüge die Highlights waren, mit Abstand die schönste Zeit meines fliegerischen Lebens. In dieser Zeit habe ich reichlich Erfahrungen gesammelt und vor allem viele Berührungsängste abgebaut. Ein neues Flugzeug, unbekannte Gegenden – das waren früher Dinge, die mich etwas nervös machten jetzt aber nur noch willkommene Abwechslung sind: denn es sind Chancen, Neues zu lernen.

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