Es heißt, wenn man einem Piloten ein Flugzeug und regelmäßig zu essen gibt, wird er für jeden Lohn arbeiten. Eine ähnliche Aussage gilt auch für die meisten Wissenschaftler, es ist lediglich “Flugzeug” durch “Labor” zu ersetzen. Die beiden Aussagen verbindet natürlich etwas: es ist die Leidenschaft, die in beiden Berufsgruppen allgegenwärtig ist und ohne die es weder erfolgreiche Forschung noch Menschen gäbe, die freiwillig die Umstände eines Berufspilotendaseins auf sich nehmen würden. Ein Freund, inzwischen emeritierter B737-Pilot, sagte mal zu mir

“I haven’t worked a single day in my life. They gave me this 25 million dollar beauty, they let me fly it, and the best thing is they even paid me to do it!”

Ich bin zwar keine Berufspilotin, dafür aber eine leidenschaftliche Hobbypilotin und Naturwissenschaftlerin. Als Pilotin fliege ich sowohl richtige Flugzeuge als auch kleine Renncopter. Die Physik, der ich in meinem Beruf nachgehe, stillt mein Grundbedürfnis hinter die Dinge zu blicken, Wissen zu hinterfragen und zu verstehen wie die Welt funktioniert. Im Flugzeug sitze ich aber, weil ich das Gefühl liebe, absolute Kontrolle über eine Maschine zu erlangen, zu einem Teil von ihr zu werden und so die Grenzen des Menschseins überwinden zu können. Als Modellpilotin lebe ich zugleich für den Thrill, den ein Flug mit einem Renncopter mit sich bringt – wegen der fantastischen Agilität und der irren Wendigkeit, wie sie kein anderes vom Menschen gemachtes Fluggerät erlaubt.

Ich liebe meinen Beruf, denn es ist der einzige in dem man nicht Probleme löst, die andere Menschen verursachen sondern nur die, die uns das Universum auferlegt. Und ich liebe das Fliegen, weil ich damit alle Grenzen hinter mich lassen kann. Wenn man eine Leidenschaft findet und ihr folgt, kommt alles andere ganz von selbst. Ich schätze mich sehr glücklich, denn ich habe gleich zwei 🙂

Christina